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angedockt 4: Medienbildung in Hamburger Schulen ab Klasse 5: für alle, nur wie?

Ein Hauch von Tafelkreide lag in der Luft des Hamburger Schulmuseums, als es im vierten Teil von „angedockt“ um das Thema „Medienbildung ab der 5. Klasse“ ging. Lehrer, Eltern und Vertreter der Medienkompetenz-Szene waren gekommen, um mit Hamburgs Schulsenator Ties Rabe und der FDP-Bildungspolitikerin Anna von Treuenfels-Frowein zu diskutieren. Der Saal war nahezu voll besetzt - ein Zeichen dafür, dass das Thema allen Beteiligten unter den Nägeln brennt.

Mit Konzept: Die Chancen digitaler Medien nutzen!
Schulsenator Rabe machte gleich eingangs deutlich, dass Medienbildung mehr sei, als die bloße technische Ausstattung von Schulen und die Nutzung digitaler Endgeräte. Vielmehr gehe es darum, dass Schulen die Chancen digitaler Medien für Bildungsprozesse nutzen, gleichzeitig aber auch über Risiken der digitalen Mediennutzung aufklären müssten. Das betreffe ganz besonders Soziale Netzwerke. Für diese vielschichtige Aufgabe brauche es didaktische Konzepte.

Medienbildung ist Pflichtaufgabe für Schüler und Lehrer
Anna von Treuenfels-Frowein, Bildungspolitikerin und Fraktionsvorsitzende der FDP in der Hamburgischen Bürgerschaft, begrüßte diese Ziele. Sie hielt dem Senator aber gleichzeitig entgegen, dass es an ihrer Umsetzung derzeit erkennbar mangele. Sie forderte, dass Medienbildung endlich eine Pflichtaufgabe in allen Fächern werden müsse. Zudem sei entscheidend, Medienbildung verpflichtend für angehende Lehrkräfte im Studium und im Referendariat zu verankern. An dieser Stelle sei noch viel zu tun.

Best Practice-Beispiele aus Hamburger Schulen: Treuenfels-Frowein begrüßte die Initiative des Gymnasiums Lerchenfeld, das im Rahmen seines Medienprofils das Fach „Audio-Visuelle-Medien“ anbietet. Ebenso zeigte sie sich erfreut über das Kurzfilmprojekt „Filmfabrik Dulsberg“, das vier Schüler der Stadtteilschule „Alter Teichweg“ vorstellten. Dies seien jedoch Einzelinitiativen, so Treuenfels-Frowein, viele andere Schulen in Hamburg seien von solch vorbildlichen Aktivitäten noch weit entfernt.

Grundlage für Ausbildung und Beruf: Auch die Hamburger Wirtschaft setzt sich für mehr schulische Medienbildung ein. Eine von der Hamburger Handelskammer in Auftrag gegebenen Studie hat die Erwartungen hiesiger Unternehmen abgefragt. Danach sind technische Kompetenzen nur ein Teil dessen, was die Wirtschaft von Schulabsolventen erwarte. Die persönliche Kompetenz und die kritische Reflexion der Schülerinnen und Schüler über Vor- und Nachteile der digitalen Medien seien genauso wichtig.

Schulsenator Rabe machte im weiteren Gespräch deutlich, dass das Thema digitale Bildung in der Hamburger Schulbehörde sehr ernst genommen werde. So sei in der Behörde ein Chief Digital Officer (CDO) berufen worden, der alle Aktivitäten in diesem Bereich bündele. Es gelte, die Schulen bei ihren Aktivitäten zu unterstützen und gleichzeitig sicherzustellen, dass das Thema dort auch wirklich langfristig stattfinde. Dazu überprüfe die Schulaufsicht bei ihren halbjährlichen Besuchen in den Schulen unter anderem auch den jeweiligen Stand der Umsetzung schulischer Medienbildung.

Rückmeldung aus der Praxis: Aus dem Publikum meldete sich Carsten Arnheim als Hamburger Vertreter der in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) organisierten Lehrkräfte. Aus GEW-Sicht sei Medienbildung eine sehr wichtige Aufgabe. Sie müsse jedoch Teil der normaler schulischen Arbeit sein und dürfe nicht von besonders engagierten Lehrkräften zusätzlich erwartet werden. Die gelte auch für die in den meisten Schulen ungeklärte Wartung digitaler Medien. Hier müsse eine personelle Lösung sichergestellt werden.

Senator Rabe warb auch für eine Kooperation von Schulen mit externen Fachleuten, Projekten und Stiftungen. Auch auf diese Weise ließe sich die schulische Medienbildung anstoßen und vorantreiben. Auf Nachfrage räumte er ein, dass die Schulbehörde hier noch nach Wege suche, solche Kooperationen effektiv zu unterstützen. Politikerin Treuenfels-Frowein mahnte an, die Schulbehörde müsse auch hier „mehr Gas geben“. Außerschulische Partner könnten Schule entscheidend voranbringen.

Fazit: Eine spannende und konstruktive Diskussion mit einem Schulsenator und einer Bildungspolitikerin, die sich beide deutlich für die Verbesserung der schulischen Medienbildung in Hamburg einsetzen - wenn auch mit unterschiedlichen Akzenten.


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angedockt 4: Medienbildung in Hamburger Schulen ab Klasse 5: für alle, nur wie?

angedockt 4: Medienbildung in Hamburger Schulen ab Klasse 5: für alle, nur wie?

Ein Hauch von Tafelkreide lag in der Luft des Hamburger Schulmuseums, als es im vierten Teil von „angedockt“ um das Thema „Medienbildung ab der 5. Klasse“ ging. Lehrer, Eltern und Vertreter der Medienkompetenz-Szene waren gekommen, um mit Hamburgs Schulsenator Ties Rabe und der FDP-Bildungspolitikerin Anna von Treuenfels-Frowein zu diskutieren. Der Saal war nahezu voll besetzt - ein Zeichen dafür, dass das Thema allen Beteiligten unter den Nägeln brennt.

Mit Konzept: Die Chancen digitaler Medien nutzen!
Schulsenator Rabe machte gleich eingangs deutlich, dass Medienbildung mehr sei, als die bloße technische Ausstattung von Schulen und die Nutzung digitaler Endgeräte. Vielmehr gehe es darum, dass Schulen die Chancen digitaler Medien für Bildungsprozesse nutzen, gleichzeitig aber auch über Risiken der digitalen Mediennutzung aufklären müssten. Das betreffe ganz besonders Soziale Netzwerke. Für diese vielschichtige Aufgabe brauche es didaktische Konzepte.

Medienbildung ist Pflichtaufgabe für Schüler und Lehrer
Anna von Treuenfels-Frowein, Bildungspolitikerin und Fraktionsvorsitzende der FDP in der Hamburgischen Bürgerschaft, begrüßte diese Ziele. Sie hielt dem Senator aber gleichzeitig entgegen, dass es an ihrer Umsetzung derzeit erkennbar mangele. Sie forderte, dass Medienbildung endlich eine Pflichtaufgabe in allen Fächern werden müsse. Zudem sei entscheidend, Medienbildung verpflichtend für angehende Lehrkräfte im Studium und im Referendariat zu verankern. An dieser Stelle sei noch viel zu tun.

Best Practice-Beispiele aus Hamburger Schulen: Treuenfels-Frowein begrüßte die Initiative des Gymnasiums Lerchenfeld, das im Rahmen seines Medienprofils das Fach „Audio-Visuelle-Medien“ anbietet. Ebenso zeigte sie sich erfreut über das Kurzfilmprojekt „Filmfabrik Dulsberg“, das vier Schüler der Stadtteilschule „Alter Teichweg“ vorstellten. Dies seien jedoch Einzelinitiativen, so Treuenfels-Frowein, viele andere Schulen in Hamburg seien von solch vorbildlichen Aktivitäten noch weit entfernt.

Grundlage für Ausbildung und Beruf: Auch die Hamburger Wirtschaft setzt sich für mehr schulische Medienbildung ein. Eine von der Hamburger Handelskammer in Auftrag gegebenen Studie hat die Erwartungen hiesiger Unternehmen abgefragt. Danach sind technische Kompetenzen nur ein Teil dessen, was die Wirtschaft von Schulabsolventen erwarte. Die persönliche Kompetenz und die kritische Reflexion der Schülerinnen und Schüler über Vor- und Nachteile der digitalen Medien seien genauso wichtig.

Schulsenator Rabe machte im weiteren Gespräch deutlich, dass das Thema digitale Bildung in der Hamburger Schulbehörde sehr ernst genommen werde. So sei in der Behörde ein Chief Digital Officer (CDO) berufen worden, der alle Aktivitäten in diesem Bereich bündele. Es gelte, die Schulen bei ihren Aktivitäten zu unterstützen und gleichzeitig sicherzustellen, dass das Thema dort auch wirklich langfristig stattfinde. Dazu überprüfe die Schulaufsicht bei ihren halbjährlichen Besuchen in den Schulen unter anderem auch den jeweiligen Stand der Umsetzung schulischer Medienbildung.

Rückmeldung aus der Praxis: Aus dem Publikum meldete sich Carsten Arnheim als Hamburger Vertreter der in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) organisierten Lehrkräfte. Aus GEW-Sicht sei Medienbildung eine sehr wichtige Aufgabe. Sie müsse jedoch Teil der normaler schulischen Arbeit sein und dürfe nicht von besonders engagierten Lehrkräften zusätzlich erwartet werden. Die gelte auch für die in den meisten Schulen ungeklärte Wartung digitaler Medien. Hier müsse eine personelle Lösung sichergestellt werden.

Senator Rabe warb auch für eine Kooperation von Schulen mit externen Fachleuten, Projekten und Stiftungen. Auch auf diese Weise ließe sich die schulische Medienbildung anstoßen und vorantreiben. Auf Nachfrage räumte er ein, dass die Schulbehörde hier noch nach Wege suche, solche Kooperationen effektiv zu unterstützen. Politikerin Treuenfels-Frowein mahnte an, die Schulbehörde müsse auch hier „mehr Gas geben“. Außerschulische Partner könnten Schule entscheidend voranbringen.

Fazit: Eine spannende und konstruktive Diskussion mit einem Schulsenator und einer Bildungspolitikerin, die sich beide deutlich für die Verbesserung der schulischen Medienbildung in Hamburg einsetzen - wenn auch mit unterschiedlichen Akzenten.

Erstausstrahlung: 25. Feb. 2018

angedockt 3: Wettbewerbe, Festivals und Nachwuchsförderung

angedockt 3: Wettbewerbe, Festivals und Nachwuchsförderung

Wie kann man den Nachwuchs im Medienbereich am besten fördern? Hierzu braucht es Finanzierung, Koordination und Festivals und nicht zuletzt die Einsicht, dass Wettbewerbe und Events wichtige Faktoren der Medienkompetenzförderung sind. Nur so, da sind sich die Panel-Gäste der Veranstaltung „angedockt: Medienbildung in Hamburg“ Hansjörg Schmidt und Carsten Ovens einig, kann praktische Medienarbeit für alle Hamburger*innen sinnlich erlebbar und möglich gemacht werden. Noch ist es nicht soweit. Welche Voraussetzungen und Strukturen dafür in Hamburg noch fehlen und wie diese aufgebaut werden könnten - darüber diskutieren in der Sendung die beiden Politiker mit der Moderatorin Ines Bott und Fachleuten aus der Hamburger Medienbildungsszene.

Erstausstrahlung: 10. Nov. 2017

angedockt 2: Medienbildung in Hamburger Grundschulen. Einsteigen bitte!

angedockt 2: Medienbildung in Hamburger Grundschulen. Einsteigen bitte!

Moderiert von Ines Bott (NDR) diskutierten Martin Brause, Chief Digital Officer der Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB), Rudolf Kammerl, Professor für Medienpädagogik und Christina Rütten, Lehrerin an der Grundschule Alter Teichweg über die Relevanz, die Medienbildung in Hamburger Grundschulen hat und haben sollte. Einig waren sich Podium und Publikum, dass alle Grundschüler dringend Medienkompetenz benötigen und dass dafür schulische Modellprojekte ein erster Schritt sein können. 

Prof. Kammerl und betonte die Wichtigkeit von Modellprojekten wie„Internet-ABC-Schulen Hamburg“ etc. und sagte: „Einige Grundschulen haben sich schon auf den Weg gemacht. Aber viele warten noch ab".
Christina Rütten schilderte, wie erfolgreiche Medienbildung an ihrer Grundschule Alter Teichweg aussehen kann, wies allerdings auch auf bremsende Aspekte hin: „Angst spielt beim Thema Medien eine große Rolle. Gerade bei Kollegen, die digitale Medien privat nicht so viel nutzen, ist die Hürde, Medien in der Schule zu nutzen, viel größer“.
Die Hamburger Schulbehörde, so Martin Brause, „hat sich eindeutig (…) zur Bildung in der digitalen Welt bekannt“. Auf den Einwand, in Hamburg sei bildungspolitisch keine einheitliche Strategie zur Förderung der Medienkompetenz in der Grundschule erkennbar, wies er auf die Überarbeitung der Lehrpläne und die Möglichkeiten zur Lehrerfortbildung hin. Ob das reicht, bewerteten die Anwesenden unterschiedlich

Erstausstrahlung: 13. Juli 2017